Institut für Psychologie

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Organisation und Finanzierung eines Auslandsaufenthalts zu Studienzwecken

Daniel Wollschläger, Stand: 26.09.12
Anregungen und Korrekturen sind willkommen, bitte wenden Sie sich an <dwollemail suffix>

Inhalt

Allgemeines
Zeitliche Organisation
Anrechnung von Studienleistungen aus dem Ausland
Finanzierung / Stipendien
Bewerbung für Stipendien
Auswahl der Universität und Bewerbung um einen Studienplatz
Bewerbungsunterlagen für Stipendien und Hochschulen
Herausforderungen
Allgemeine Online Informationsquellen
Online Informationsquellen zum Studieren in den USA
Online Informationsquellen zum Studieren in Großbritannien
Online Informationsquellen zum Studieren in Australien und Neuseeland
Online Informationsquellen zum Studieren in Kanada
Online Informationsquellen zum Studieren in China
Online Informationsquellen zum Studieren in anderen Ländern
Auslandspraktika

Allgemeines | top

Aus vielen Gründen kann ein längerer Aufenthalt im Ausland eine große Bereicherung für die fachliche Qualifikation und persönliche Weiterentwicklung sein und sollte deswegen von möglichst vielen Studierenden verwirklicht werden. Die Organisation eines solchen Aufenthalts ruht dabei alleine auf Eigeninitiative. Sie erfordert viel Zeit und Engagement - der Aufwand wird jedoch in der Regel durch einzigartige Erfahrungen im Studium wie auch im privaten Bereich sowie durch die erworbenen Zusatzqualifikationen mehr als aufgewogen.

Wenn Sie sich für ein Studium oder auch ein Praktikum im Ausland interessieren, ist das International Center der CAU Kiel für Sie die wichtigste Anlaufstelle. Im Folgenden finden Sie nur zu einigen Punkten erste Informationen, die sich vor allem auf einen Aufenthalt zu Studienzwecken und auf die USA bzw. andere angelsächsische Länder beziehen. Dagegen kann Sie das International Center umfassend zu Fragen der Finanzierung und Organisation eines Auslandsaufenthalts beraten. Diese Beratung kann umso besser auf Sie abgestimmt werden, je genauer Sie über Ihre mit einem Auslandsaufenthalt verbundenen Ziele berichten können, und je mehr Sie sich bereits vorher informiert haben. Im International Center haben Sie auch Zugang zu weiteren Informationsmaterialien, etwa zu individuellen Erfahrungsberichten von Studierenden über ihr Auslandsstudium.

Weitere inhaltlich breit ausgerichtete online-Anlaufstellen bieten folgende Seiten:

Zeitliche Organisation | top

Bei der zeitlichen Organisation eines Studiums im Ausland stehen vier Fragen im Vordergrund: Einmal muss geklärt werden, für wie lange Sie im Ausland studieren wollen, wann Ihr Studium unterbrochen werden soll und damit zusammenhängend, wann mit der Vorbereitung des Aufenthalts begonnen werden muss. Schließlich stellt sich die Frage, wie die Studiendauer insgesamt durch einen Auslandsaufenthalt beeinflusst wird.

1 - Dauer des Aufenthalts:
Wie lange der Auslandsaufenthalt dauern soll, wird durch die Studienstruktur im Ausland (etwa die Einteilung des akademischen Jahres in Semester oder Trimester), durch Möglichkeiten zur Finanzierung und durch die individuelle Bereitschaft zu einer längeren Abwesenheit aus Deutschland beeinflusst. Meist werden ein oder zwei Semester im Ausland studiert. Da der Eingewöhnungsprozess in die fremde Umgebung langsam vonstatten geht, ist ein zweisemestriger Aufenthalt oft gewinnbringender.

Für kürzere Aufenthalte kommen sog. Summer Sessions in Frage. Dies sind kostenpflichtige akademische Kurzprogramme, die etwa von nordamerikanischen Hochschulen während des Summer Quarter veranstaltet werden. Summer Sessions behandeln ein bestimmtes Unter-Thema eines Fachs, zu dem mehrere eingeladene Dozenten Einzelveranstaltungen anbieten. Für weitere Informationen siehe z.B. die North American Association of Summer Sessions.

2 - Zeitpunkt des Aufenthalts:
Der beste Zeitpunkt für die Unterbrechung des deutschen Studiums hängt von den mit dem Auslandsaufenthalt verbundenen Zielen ab. Dies hängt wiederum mit dem Aufbau Ihres Studiengangs, aber auch mit der Struktur des Studiengangs im Ausland zusammen. Abgesehen davon sollten Sie prüfen, ob es bei in Frage kommenden Stipendienprogrammen Höchstgrenzen für die Zahl der bei Bewerbung absolvierten Semester bzw. für das Alter gibt.

Der Aufbau des hiesigen Diplomstudiums mit dem Abschluss des Grundstudiums nach vier Semestern legt für viele diesen Termin als "natürliche Zäsur" für das Einschieben eines Auslandsaufenthalts nahe. Das Hauptstudium gliedert sich aber noch einmal in unterschiedliche Phasen, die einen späteren Zeitpunkt gut möglich machen - der erste Abschnitt endet nach dem sechsten Semester, so daß durch eine Unterbrechung des Studiums an dieser Stelle kein Studienzyklus unterbrochen würde. Nach dem achten Semester sollten schließlich bei einem zügigen Studium keine Veranstaltungen mehr zu besuchen sein, so daß bei einer Rückkehr aus dem Ausland dann nur noch die Diplomarbeit zu schreiben wäre. Ein Auslandsaufenthalt zu Studienzwecken vor dem Vordiplom ist aufgrund der im Grundstudium bestehenden Hierarchie zwischen Veranstaltungen und der notwendigen Vorbereitungszeit für ein Auslandsstudium untypisch. In jedem Fall sollten Sie frühzeitig prüfen, ob der Beginn des akademischen Jahres im Ausland mit von Ihnen zu erbringenden Prüfungsleistungen kollidiert und ggf. versuchen, Prüfungstermine zu verschieben.

Hinsichtlich der Studienstruktur im Ausland ist zu beachten, daß vor allem in den angelsächsischen Ländern das Studium in zwei deutlich getrennte Phasen unterteilt ist. Der erste akademische Abschluss ist dort der Bachelor, der die Undergraduate Studies-Phase mit einer Dauer von drei oder vier Jahren beendet. An den Bachelor können sich Graduate Studies (auch Postgraduate genannt) anschließen, die zum Master oder weiter zum PhD (Promotion) führen und oft schon eine starke inhaltliche Spezialisierung und Vertiefung aufweisen. Um z.B. in den USA oder Australien in ein Graduate Studies-Programm aufgenommen werden zu können, wird in der Regel ein (guter) Bachelor-Abschluss verlangt. Das Vordiplom mit vier Fachsemestern wird dort meist nicht als ausreichende Voraussetzung gewertet, je nach Hochschule genügt aber der Nachweis über das Vordiplom und ein weiteres Studienjahr. Der Eintritt in ein direkt zum PhD führendes Programm erfordert in manchen Fällen einen Master-Abschluss, in anderen Fällen starten auch PhD-Programme direkt im Anschluss an den Bachelor.

Im (kontinental-)europäischen Ausland besteht u.U. eine andere Studienstruktur, die keine solchen Voraussetzungen mit sich bringt - Sie sollten sich deshalb rechtzeitig über das Ausbildungssystem Ihres Ziellandes und die Aufnahmevoraussetzungen informieren. Darüber hinaus variieren in manchen Ländern (z.B. den USA) die Zulassungsvoraussetzungen und die Anerkennung ausländischer Studienleistungen je nach Hochschule individuell.

Wenn Sie vor allem ins Ausland gehen wollen, um dort gezielt inhaltlich vertieft einen bestimmten Schwerpunkt zu studieren, sollten Sie versuchen, in den (Post)Graduate Studies-Bereich zu kommen und dementsprechend frühestens nach dem sechsten Semester wechseln. Hinzu kommt, daß in manchen Programmen an manchen Universitäten die Möglichkeit besteht, bei bereits acht in Deutschland absolvierten Fachsemestern einen Master-Abschluss innerhalb nur eines Jahres zu erwerben. Mitunter werden spezielle Kurzzeit-Abschlüsse angeboten, die zwar nicht einem Master-Abschluss gleichwertig sind, aber als schriftliche Zertifizierung der erbrachten Studienleistungen trotzdem wertvoll sein können.

3 - Anfang der Vorbereitung:
Je nach Finanzierung des Aufenthalts müssen Sie verschiedene Fristen zur Bewerbung um ein Stipendium und um einen Studienplatz einhalten. Meist beginnt das Studium im Herbst, und die Fristen für eine Bewerbung um einen Studienplatz an den Universitäten liegen ca. im Dezember des vorhergehenden Jahres. Die Bewerbungsfristen für Stipendien sind in der Regel noch davor (ca. ein Jahr vor avisiertem Studienbeginn), z.T. sogar deutlich - beim Fulbright-Programm oder den Rotary Ambassadorial Scholarships liegt die Frist fast eineinhalb Jahre vor Studienbeginn im Ausland. Da Sie für das Zusammenstellen einer Bewerbung für ein Stipendium auch Zeit brauchen (etwa für das Einholen von Empfehlungsschreiben, für die Übersetzung und Anerkennung von Prüfungen / Zeugnissen, für Sprachtests, ...), sollten Sie etwa eineinhalb bis zwei Jahre vor dem geplanten Weggang anfangen, sich mit der Organisation des Auslandsaufenthalts auseinanderzusetzen und einen Zeitplan zu erstellen.

Eine Abweichung vom oben ausgeführten Zeitplan stellt u.a. der Beginn des australischen und neuseeländischen akademischen Jahres zum deutschen Frühjahr dar. Hier müssen Sie ggf. prüfen, inwieweit sich die Fristen für Bewerbungen auf ein Stipendium und einen Studienplatz verschieben - beim DAAD z.B. liegt die Bewerbungsfrist für Stipendien bei einem Studium in Australien oder Neuseeland etwa ein Jahr vor Studienbeginn, also Ende März.

4 - Konsequenzen eines Auslandsstudiums für die Studiendauer im Inland:
In vielen Fällen ist es unvermeidbar, daß sich die Gesamtdauer des Studiums durch einen Aufenthalt im Ausland verlängert (s. u. zur Anerkennung von Studienleistungen). Dies betrifft zwingend aber nur die Zahl der Studiensemester, während die für das Kriterium der Regelstudienzeit relevante Zahl der Fachsemester durch die Möglichkeit zur Beurlaubung (Antrag beim Studierendensekretariat) unverändert bleiben kann. Die Maximaldauer für die Beurlaubung beträgt ein Jahr, BAföG-Bezieher sollten mit der zuständigen Stelle eventuelle Konsequenzen besprechen. Weiterhin empfiehlt es sich zu prüfen, ob sich die Abwesenheit aus Deutschland und ggf. eine Beurlaubung auf Ihre Krankenversicherung, oder einen Anspruch auf Kindergeld auswirken. In Abwägung mit den Vorteilen eines Auslandsaufenthalts erscheint die Verlängerung des Studiums insgesamt im Rückblick meist unbedeutend, sie wird so begründet auch auf dem Arbeitsmarkt nicht negativ wahrgenommen.

Anrechnung von Studienleistungen aus dem Ausland | top

Prinzipiell lassen sich im Ausland erbrachte Studienleistungen für den Diplomstudiengang in Kiel bis zu einem Umfang anrechnen, der der Hälfte der insgesamt im Hauptstudium zu erbringenden Leistungspunkte (= ECTS Credit Points) entspricht. Die Anerkennung erfolgt nach den Grundsätzen, die auch für die Vorleistungen von Ortswechslern und Quereinsteigern beim Einstieg in höhere Fachsemester gelten. Idealerweise sollten Entsprechungen zwischen dem hiesigen und dem auswärtigen Studiengang durch (vorherige) Absprache mit dem Fachvertreter in Kiel identifiziert werden, um die spätere Anerkennung zu erleichtern. Die Diplomarbeit ist dabei von der Anerkennung ausgenommen, kann aber bei entsprechender Abstimmung mit einem Betreuer in Kiel inhaltlich im Ausland vorbereitet werden.

Nehmen Sie am ERASMUS-Programm der EU teil, wird in Abstimmung mit beiden beteiligten Hochschulen in einem sog. Learning Agreement vorab festgelegt, welche Lehrveranstaltungen Sie im Ausland besuchen. Damit lässt sich im voraus planen, welche der im Ausland erworbenen Leistungen später für Ihr Studium im Inland anerkannt werden können.

Für die Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus dem Ausland werden die Rahmenempfehlungen der Kultusministerkonferenz herangezogen, wie sie im Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse (anabin) zu finden sind. Die Umrechnung von Noten orientiert sich dabei häufig an der sog. modifizierten bayerischen Formel.

Abgesehen davon sollte aber das Thema der Anerkennung von Studienleistungen nicht im Vordergrund bei der Frage stehen, ob ein Auslandsaufenthalt für Sie in Frage kommt. Wie angesprochen überwiegen die vielfältigen Vorteile in der Regel bei weitem die sich möglicherweise durch eine Verlängerung des Studiums ergebenden Nachteile.

Finanzierung / Stipendien | top

Universitäten im Ausland verlangen in der Regel Studiengebühren, die insbesondere für Ausländer sehr hoch sein können. Zusammen mit den Aufwendungen für Transport, Lebenshaltung und notwendige Versicherungen können so auch bei Besuch öffentlicher Universitäten Kosten von mehreren 10.000 Euro für ein Studienjahr im Ausland entstehen (vgl. die Übersicht der Studiengebühren US-amerikanischer Hochschulen 2010/11 (pdf)). Gleichzeitig sind die Möglichkeiten, Geld durch Nebenjobs zu verdienen, zumindest im außereuropäischen Ausland begrenzt, da Studenten-Visa meist nur wenige Stunden Arbeit in der Woche zulassen. Für die meisten Studierenden kommt ein Auslandsstudium deshalb nur in Verbindung mit einer externen Zusatzfinanzierung infrage:

  • Auch wenn Sie in Deutschland kein BAföG bekommen, können Sie mit dem Studentenwerk prüfen, ob und in welchem Umfang Auslands-BAfög einen Beitrag zur Finanzierung leisten kann - die Vergabekriterien unterscheiden sich vom Inlands-BAföG. Die Leistungen gehen über die Inlandsförderung hinaus und umfassen z.B. Studiengebühren (bis 4.600 Euro, Stand 11/2009), Reisekosten, einen Beitrag zu Reisekosten und Krankenversicherung sowie bei einem Aufenthalt außerhalb der EU einen Auslandszuschlag zwischen 50 und 315 Euro monatlich (Stand 11/2009, Wortlaut der BAföG-Novelle). Die Bewerbung muss mindestens ein halbes Jahr vor dem Beginn des Aufenthalts erfolgen und setzt neben ausreichenden Sprachkenntnissen voraus, daß Sie mindestens ein Jahr in Deutschland studiert haben. Beachten Sie, daß sich durch den Erhalt von Auslands-BAföG ggf. die Leistungen verringern können, die Sie von Stipendiengebern erhalten.
  • Bildungskredite bieten die Möglichkeit, durch ein niedrig verzinstes Darlehen aus staatlicher Hand oder von privaten Kreditinstituten einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Auf staatlicher Seite informiert das Bundesverwaltungsamt über die Förderung durch Bildungskredite. Eine vom Deutschen Studentenwerk zusammengestellte Übersicht vergleicht Darlehensangebote für Studierende vom Staat und von bundesweiten Kreditinstituten (06/2012). Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) bietet einen Vergleich von Bildungskrediten (06/2012), in dem Auslandsaufenthalte als Verwendungszweck explizit berücksichtigt werden.
  • Studierende in Begabtenförderungswerken (z.B. Studienstiftung des deutschen Volkes, kirchliche oder parteinahe Werke) haben oft Zugang zu besonderer finanzieller Unterstützung fürs Ausland und zu speziellen Austauschprogrammen.
    Manche Auslandsstipendien werden von den Begabtenförderungswerken nur verwaltet, wobei eine Bewerbung auch Nicht-Stipendiaten offensteht (z.B. Studienstiftung). Informationen zu solchen Programmen finden sich bei den Stiftungen.
  • Für bestimmte Leistungssportler gibt es vor allem von Hochschulen in den USA spezielle Stipendien für die Aufahme in Teams des College-Sports. Ansprechpartner können einmal die Trainer der Hochschulmannschaften selbst sein, zu denen vielleicht durch den deutschen Verband oder auch direkt Kontakt hergestellt werden kann. Es gibt aber auch spezielle Vermittlungsagenturen, die privatwirtschaftlich arbeiten. Interessant für Trainer in den USA sind vor allem solche Sportler, die bereits auf Verbands- bzw. nationaler Ebene Erfolge erzielt haben. Wichtig ist hierbei jedoch, daß man in Deutschland noch kein Profi gewesen sein darf. Besonders Frauen haben aufgrund der speziellen Frauenförderung und der etwas geringeren Leistungsdichte gute Chancen auf ein Stipendium. Interessenten sollten sich über besondere Altersbegrenzungen für Sportstipendien informieren. (Dank an Nina Jokuschies für diese Informationen)
  • Davon abgesehen gibt es potentiell für alle Studierenden eine große Zahl von Stipendiengebern, die in Programmen unterschiedlicher Größe und inhaltlicher Ausrichtung ein Auslandsstudium ermöglichen. Das Ausmaß der Finanzierung variiert je nach Stipendium, auch innerhalb eines Stipendiengebers können unterschiedliche Programme mit unterschiedlich hoher Unterstützung existieren (z.B. Fulbright). So gibt es etwa reine Reisestipendien, die nur die Kosten des Transports übernehmen, Stipendien, die darüber hinaus auch einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten zahlen (aber nicht die Studiengebühren), oder es werden zwar die kompletten Studiengebühren finanziert, nicht bzw. nur zum Teil aber die Lebenshaltung. Darüber hinaus werden oft auch die nicht unwesentlichen Kosten für eine Kranken- und Haftpflichtversicherung übernommen.
    Zusätzlich zum finanziellen Aspekt bieten viele Programme auch eine ideelle Förderung, z.B. durch Vorbereitungsseminare, Kontakte vor Ort, Zugriff auf Erfahrungsberichte früherer Auslandsstudenten und Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen (ehemaligen) Stipendiaten.
  • Viele deutsche Hochschulen verfügen über Kooperationsprogramme mit Partnerhochschulen im Ausland, über die neben finanziellen Mitteln eine feste Anzahl von Studienplätzen zur Verfügung gestellt werden. Die Stipendien zum Direktaustausch vergeben also gleichzeitig eine finanzielle Förderung und einen Studienplatz. Bei den Studienplätzen kann es dabei Restriktionen hinsichtlich der studierbaren Fachrichtungen geben. Die finanzielle Unterstützung im Rahmen der einzelnen Programme kann stark variieren. Meist werden zumindest die Studiengebühren und Reisekosten übernommen, die Lebenshaltungskosten dagegen oft nur teilweise. Letzteres ist etwa beim Direktaustausch zwischen der CAU Kiel und den Partnerhochschulen der Fall.
  • Der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) als größter Stipendiengeber zahlt in seinen Jahresstipendien für Studierende aller Fächer Reisekosten und einen Zuschuss zur Lebenshaltung, Studiengebühren jedoch nur in bestimmten Fällen. Abhängig vom Zielland gibt es von den Gasthochschulen selbst sog. Gegenstipendien, die eine begrenzte Anzahl von DAAD-Stipendiaten (ca. 1-3 pro Hochschule) von den Studiengebühren befreien. Dafür nominiert der DAAD in einem internen Verfahren einige der Stipendiaten, die sich dann über den DAAD für eine Zulassung inkl. Gegenstipendium bei der Gasthochschule bewerben können. Bei erfolgter Nominierung durch den DAAD ist diese Bewerbung dann meist erfolgreich. Eine Liste der Hochschulen, die Gegenstipendien vergibt, wird den Stipendiaten vom DAAD zur Verfügung gestellt, für die USA ist sie auch auf den Seiten des DAAD zu finden. Für Stipendiaten, die kein Gegenstipendium erhalten, kann der DAAD eine Studiengebührenbeihilfe im Umfang von ca. 15.000 Euro vergeben. (Dank an Harald Kliems für diese Informationen). Für Universitäten mit niedrigen Gebühren kann diese Beihilfe auch schon vollständig kostendeckend sein.
    Abgesehen von den "eigenen" Stipendien übernimmt der DAAD die Verwaltung (Bewerbung, Auswahl von Stipendiaten) vieler weiterer Programme, die extern finanziert sind und auf bestimmte Inhalte, Ausbildungsabschnitte und Gastländer spezialisiert sein können. Weiterhin veöffentlicht der DAAD Länderinformationen mit Hinweisen zu Aspekten des öffentlichen, politischen und unversitären Lebens in einer Vielzahl von Ländern.
  • Das ERASMUS-Programm der EU fördert Studienaufenthalte innerhalb Europas von bis zu einem Jahr. Zusätzlich zur Unterstützung der fachlichen und sprachlichen Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt bietet es Betreuung vor Ort, die Befreiung von Studiengebühren und einen Mobilitätszuschuss von ca. 50-200 Euro monatlich (Stand 2009). Das ERASMUS-Programm beruht auf direkten Kooperationsvereinbarungen von Hochschullehrern eines Fachbereichs (sog. Programmbeauftragte) mit Partnern an ausländischen Hochschulen über ein festes Kontingent von Austauschplätzen. Um am Programm teilnehmen zu können, sind Sie also auf die an Ihrem Fachbereich etablierten Kooperationen angewiesen, Programmplätze aus anderen Studiengängen stehen Ihnen nicht offen. Die Programmbeauftragten sind erste Ansprechpartner bei Interesse am ERASMUS-Programm, sie können Auskunft über bestehende Kooperationen und Bewerbungsmodalitäten geben, sie nehmen auch die Bewerberauswahl vor.
  • Abgesehen von den großen Stipendiengebern wie dem DAAD oder dem ERASMUS-Programm existieren u.U. für Ihr Gastland auch kleine Programme, die auf bestimmte Studienfächer spezialisiert sein können. Diese Programme können auch von den Gastländern selbst finanziert und verwaltet werden, so etwa die Endeavour Awards der australischen Regierung.

Je nach Programm ist das Stipendium mit dem Studium in einem bestimmten Land oder auch dem Besuch einer bestimmten Hochschule verbunden. So kann man sich z.B. beim durch die eigene Hochschule vermittelten Direktaustausch nur für eine der Partnerhochschulen bewerben, wovon es aber z.B. für die CAU Kiel in Europa, Asien, den USA und Kanada mehrere gibt. Das Fulbright-Programm vergibt Stipendien nur für die USA, wobei die Wahl der Hochschule (mit gewissen Einschränkungen) frei ist. Bei anderen ist die Wahl des Studienorts dagegen unabhängig vom Stipendium selbst - der DAAD etwa koppelt das Stipendium nicht an ein Land oder eine Universität.

Sollten Sie sich dafür interessieren, nicht nur für ein oder zwei Semester im Ausland zu studieren, sondern dort ein ganzes (Post)Graduate Studies-Programm zu durchlaufen, sind andere Finanzierungsmöglichkeiten für Sie relevanter, da solche Vorhaben (abgesehen vom ersten Jahr) meist nicht durch europäische Stipendien gefördert werden. Studienaufenthalte innerhalb Europas können aber durch Auslands-BAföG auch über ein Jahr hinaus unterstützt werden. In Ländern wie England, den USA oder Australien ist es auch üblich, Graduate-Studenten entweder über direkt von der Universität vergebene Stipendien oder über die Arbeit als Teaching bzw. Research Assistant (im Rahmen der Visa-Bestimmungen) zu bezahlen. Weiterhin kommen auch Finanzierungsprogramme in Frage, die nicht speziell auf ausländische Studierende zugeschnitten sind, sondern sich an alle Studierende eines Landes richten. In so einem Fall kann aber der Leistungsumfang für Ausländer geringer sein als für Inländer: In England etwa übernehmen durch die Research Councils vermittelte Stipendien für ausländische Postgraduierte in der Regel nur die Studiengebühren, für Briten jedoch auch die Lebenshaltungskosten. Es ist sinnvoll, sich direkt bei der Zielhochschule über solche Möglichkeiten und ihre Bedingungen zu informieren.

Bewerbung für Stipendien | top

Das Bewerbungsverfahren für ein Stipendium umfasst je nach Programm mehrere Stufen - in der Regel erfolgt eine Vorauswahl auf Basis der schriftlichen Bewerbungsunterlagen und anschließend ein Bewerbungsgespräch mit einer Auswahlkommission (Direktaustausch der CAU, Fulbright) bzw. mehrere Einzelgespräche (DAAD). Die Gespräche finden u.U. in einer Kleingruppe aus Bewerbern und möglicherweise streckenweise in der Landessprache des Gastlandes statt. Für manche Programme (Direktaustausch der CAU, Fulbright) sind diese Gespräche lokal in Kiel, für andere schon zentral für ganz Deutschland in einer anderen Stadt (DAAD: Bonn). Manchmal schließen sich nach einem ersten Gespräch eine weitere "Papierauswahl" und eine zweite Runde mit Bewerbungsgesprächen an (Fulbright).

Auf welche Aspekte einer Bewerbung bei der Vergabe von Stipendien besonders Wert gelegt wird, hängt von der inhaltlichen Ausrichtung der verschiedenen Programme ab. Wird das Stipendium etwa mit öffentlichen Mitteln finanziert (z.B. DAAD, Fulbright), so wird von Ihnen erwartet, daß Sie im Ausland eine Botschafter-Rolle für Deutschland erfüllen und zum kulturellen Austausch auch dadurch beitragen, daß Sie nach Ihrem Austausch wieder nach Deutschland zurückkehren. So können Sie am ehesten Ihre Erfahrungen mit anderen teilen und als Multiplikator wirken. Gute bis sehr gute Studienleistungen werden natürlich immer gewünscht, sind bei manchen Programmen mitunter aber verzichtbar, wenn die Bewerbung aus anderen Gründen überzeugen kann. Abgesehen von den Noten fließt neben der Begutachtung durch Hochschullehrer immer auch außercurriculares Engagement wie Sport, soziale oder politische Aktivitäten in die Gesamtbewertung einer Bewerbung ein. Bei allen Programmen spielt darüber hinaus eine wesentliche Rolle, wie überzeugend Sie im Laufe des Bewerbungsverfahrens zeigen, daß

  • Sie über Ihr Studium reflektiert haben und über Ihre Motivation für die Wahl des Fachs, über Inhalte und gewählte Schwerpunkte allgemeinverständlich berichten können
  • Sie sich umfassend über Ihre mit dem Aufenthalt verbundenen Vorstellungen und Ziele Gedanken gemacht haben
  • Sie über Geschichte, Organisation und Zielsetzung des Stipendiengebers informiert sind
  • Sie über Ihre Bewerbung reflektiert haben und Auskunft zu Punkten aus den eingereichten Unterlagen geben können, z.B. zum Lebenslauf oder zu persönlichen Interessen
  • Sie ein klares und möglichst konkretes Bild Ihres Studienvorhabens im Zielland geben können
  • Sie argumentieren können, warum sich das Studienvorhaben besonders gut im Zielland bzw. an der avisierten Hochschule und ggf. im gewählten Programm verwirklichen lässt
  • Sie deutlich machen können, daß das Auslandsstudium klare Bezüge zum Studium im Inland hat und Ihre durch das Studium in Deutschland erwerbbaren Qualifikationen ergänzt
  • Sie historische wie landeskundliche Kenntnisse über Deutschland und das Gastland besitzen, insbesondere mit dem Hochschulsystem sowie mit der vergangenen wie aktuellen politischen Situation vertraut und über gesellschaftlich-kulturelle Besonderheiten im Bilde sind
  • es also aus vielen Gründen besonders förderungswürdig ist, daß gerade Sie in gerade diesem Land an gerade dieser Hochschule studieren

Je nach finanzieller oder ideeller Exklusivität des Programms sind die Chancen auf ein Stipendium unterschiedlich hoch. Wenn Sie fristgerecht eine den inhaltlichen und formalen Anforderungen genügende Bewerbung einreichen, sind Ihre Aussichten aber vermutlich bereits besser als Sie denken, denn viele Interessenten lassen sich alleine vom mit dem Bewerbungsprozess verbundenen Aufwand von einer Bewerbung ganz abhalten. Mitunter werden darüber hinaus ca. 3/4 aller eingegangenen Bewerbungen aufgrund formaler Mängel (unvollständige Unterlagen, versäumte Fristen) bereits vor einer inhaltlichen Prüfung aussortiert.

Versuchen Sie darüber hinaus, die inhaltliche Ausrichtung der Stipendiengeber zu analysieren und herauszufinden, ob eine gute "Passung" mit Ihrem persönlichen Profil vorhanden ist. Abgesehen davon ist es möglich, sich parallel für verschiedene Stipendien zu bewerben, durch die Ähnlichkeit der einzureichenden Unterlagen sollte sich der Mehraufwand für eine solche Strategie für Sie wie für die begutachtenden Hochschullehrer in Grenzen halten. Solche Mehrfachbewerbungen sollten Sie aber nicht verheimlichen, zumal die Förderungseinrichtungen in wechelseitigem Austausch miteinander stehen.

Auswahl der Universität und Bewerbung um einen Studienplatz | top

Abhängig vom Stipendienprogramm müssen Sie sich evtl. selbst um einen Studienplatz an einer ausländischen Hochschule kümmern: Während mit manchen Stipendien auch die Abwicklung des Bewerbungsverfahrens um einen Studienplatz verbunden ist (Direktaustausch, ERASMUS, Fulbright), stellen andere Stipendien nur die Finanzierung und überlassen es Ihnen, auch tatsächlich einen Studienplatz zu finden. Dies ist beim DAAD der Fall, der in seinen Länderführern Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten in einzelnen Ländern liefert. In solchen Fällen müssen Sie sich z.T. direkt bei der Hochschule, oder bei einer landesweiten Koordinierungsstelle (in England im Undergraduate-Bereich etwa UCAS) um einen Studienplatz bewerben. Das Bewerbungsverfahren basiert meist ausschließlich auf schriftlichen Bewerbungsunterlagen.

An vielen Universitäten im Ausland gibt es die Möglichkeit, sich um einen Studienplatz mit einer sog. Non-Degree / Non-Award / Visiting Student Option zu bewerben. Dies bedeutet, daß Sie darauf verzichten, einen Abschluss erwerben zu können, dann aber auch in der Zusammenstellung der von Ihnen belegten Kurse alle Freiheiten haben und nicht auf ein bestimmtes Curriculum festgelegt sind. Solche Studienplätze werden dann i.d.R. nicht von einer zentralen Koordinierungsstelle verwaltet, die Bewerbung erfolgt direkt bei der Hochschule. Die Studiengebühren liegen mit dieser Option oft unter denen für einen regulären Platz.

Bei Bewerbungen in Australien und Neuseeland ist das Institut Ranke-Heinemann (die Vertretung des Australischen Hochschulverbundes und der neuseeländischen Universitäten) eine wichtige Anlaufstelle. Das Institut dient der Beratung in Fragen des Studienvorhabens, als Mittler für die Bewerbung um einen Studienplatz - es prüft z.B. Bewerbungsunterlagen auf Vollständigkeit und fertigt (sonst teure) beglaubigte Übersetzungen von Zeugnissen an. Bewerbungsunterlagen werden an das Institut und nicht direkt an die Uni geschickt. Man kann sich dabei über das Institut mit einem Satz Bewerbungsunterlagen auch an mehreren Hochschulen bewerben. Dabei haben allerdings nicht alle Universitäten Kooperationen mit dem Institut, und nicht alle Programme können über das Institut abgewickelt werden. Ähnliche organisatorische Hilfestellungen bietet kostenfrei GOstralia (Neuseeland: GOzealand), die offizielle Vertretung einiger australischer und neuseeländischer Hochschulen in Deutschland, ebenso wie Studium Downunder. (Dank an Katrin Hoeldtke und Sandra Klaperski für diese Informationen)

Allgemein steigert eine gewisse Flexibilität bei der Hochschulwahl Ihre Aussichten auf ein Stipendium und einen Studienplatz. So ist die Anzahl der Bewerber in den USA bei den bekannten Top-Universitäten vor allem an der Ost- und Westküste besonders hoch - entsprechend schwierig ist es, einen der begehrten Studienplätze oder ein Gegenstipendium zur Finanzierung der Studiengebühren zu bekommen. Dies bedeutet nicht, daß eine Bewerbung bei einer bekannten Hochschule von vornherein aussichtslos ist, Sie sollten aber eine Alternativstrategie besitzen. Häufig gibt es weniger stark umworbene Hochschulen, die dennoch einen besonders guten Fachbereich haben, bzw. bei der durch bestehende Kooperationen ein besonders gewinnbringendes Studium möglich ist.

Haben Sie bereits die Finanzierung durch ein Stipendium gesichert, erhöht das auch die Chancen Ihrer Bewerbung um einen Studienplatz, denn dann hat schon jemand Ihre besondere Eignung in einem Auswahlverfahren festgestellt. Zahlt das Stipendium die Studiengebühren, sind Sie für die Uni auch kostenneutral. Darüber hinaus können Sie die Aussichten Ihrer Studienplatzbewerbung verbessern, wenn es Ihnen gelingt, auf Kontakte Ihrer Dozenten mit der Gasthochschule zurückzugreifen. Insbesondere im Graduate Studies-Bereich ist die Auswahl der Studierenden sehr individuell auf die Ausrichtung des Fachbereichs abgestimmt, wobei dem Dozentenurteil mitunter ein hohes Gewicht in der Entscheidungsfindung zukommt. Welche Kooperationen zwischen einer Arbeitsgruppe in Deutschland und Fachbereichen im Ausland bestehen, sollte auch aus diesem Grund bei der Wahl des Gastlandes und ggf. der Gasthochschule geprüft werden. Aber auch abgesehen von konkreten Verbindungen können Ihnen Ihre Dozenten möglicherweise Informationen darüber geben, welche Hochschulen im Ausland für ein Studium der Sie interessierenden inhaltlichen Schwerpunkte besonders geeignet sind.

Bewerbungsunterlagen für Stipendien und Hochschulen| top

Üblicherweise umfassen die Bewerbungsunterlagen für Stipendien neben einigen (Online-)Formularen einen beglaubigten Nachweis über die erbrachten Schul- und Studienleistungen, zwei Gutachten von Hochschullehrern (Professoren oder Privatdozenten), einen ausführlichen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben zum geplanten Aufenthalt, Referenzen zum sonstigen Engagement (z.B. Ehrenämter, Praktika), sowie einen Sprachtest, der manchmal auch nachgereicht werden kann.

Die Bewerbungsunterlagen für Hochschulen variieren je nach Universität, dürften aber im Wesentlichen denen entsprechen, die auch bei der Bewerbung um ein Stipendium einzureichen sind. Sollten Sie für eine beglaubigte Aufstellung erbrachter Schul- und Studienleistungen keine Formulare von Ihrer Hochschule bekommen, können Sie sich z.B. an den Übersetzungshilfen des Auslandsamts der Universität Stuttgart (Englisch, Spanisch) orientieren. Für viele Sprachen gibt der DAAD das umfassende Wörterbuch "Begriffe aus Wissenschaft und Hochschule" heraus, das in jedem International Center verfügbar sein sollte.

Ein Sprachtest ist meist obligatorisch - z.B. in Nordamerika der TOEFL, im britisch-englischen Ausland (z.B. England, Australien oder Neuseeland) der IELTS. In den USA ist darüber hinaus oft der Studieneingangstest SAT (Undergraduate) oder GRE (Graduate Bereich) verbindlich. Auch Essays zu von der Hochschule benannten Themen sind manchmal Teil der Bewerbungsunterlagen.

Für die Gutachten liegt es auf der Hand, daß sie am besten (und bereitwilligsten) von Hochschullehrern erstellt werden, die Sie persönlich kennen und die von Ihren Fähigkeiten überzeugt sind. Den Gutachten kann später bei der Bewerbung für eine bestimmte Hochschule ein hohes Gewicht zukommen, sie sollten in jedem Fall persönlich auf Sie zugeschnitten sein. Organisieren Sie die Gutachten deshalb frühzeitig, so daß den Hochschullehrern ausreichend Zeit bleibt, auch um ggf. Rückfragen zu klären. Dabei ist es wichtig zu wissen, daß manche Hochschullehrer selbst bisweilen nicht vollständig darüber informiert sind, welche Inhalte ein Gutachten zum Auslandsaufenthalt abdecken muss. Die meisten englischen und amerikanischen Hochschulen geben Kriterien vor, auf die im Gutachten eingegangen werden sollte. Dazu zählen häufig akademische and berufliche Qualifikationen, allgemeine Geeignetheit für das Zielprogramm, analytisches Denken, intellektuelle Neugier, oft auch die charakterliche Qualifikation. Ebenso wird häufig erwartet, daß der Gutachter den Bewerber mit Studierenden seines Jahrgangs vergleicht und z.B. als unter den 10% oder 15% Besten befindlich einordnet. Die übrigen Inhalte sollten denen in deutschen Gutachten gleichen.

Die Anforderungen an die vorhandenen Sprachkenntnisse sind abhängig vom jeweiligen Gastland. Sie sollten über solide Sprachkenntnisse verfügen, um dem Unterricht im Gastland folgen und Studienleistungen erbringen zu können. Sind nur Grundkenntnisse vorhanden, können diese in einigen Ländern in von den Hochschulen angebotenen Sprachkursen vor Beginn des Studiums vertieft werden (z.B. im französischsprachigen Kanada). In manchen Ländern bieten Hochschulen neben den landessprachlichen auch englischsprachige Studiengänge an, etwa in Skandinavien, den Niederlanden, Mittel- und Osteuropa, Japan und Südafrika. Auch bei der Wahl solcher Programme sollten aber trotzdem Grundkenntnisse der Landessprache vorhanden sein, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sich in die Landeskultur integrieren zu können.

Bei Bewerbungen im Ausland allgemein sind häufig andere Konventionen zu beachten als in Deutschland. Dies gilt sowohl für formale wie für inhaltliche Aspekte, die etwa Gutachten, die Selbstdarstellung im Lebenslauf, das Motivationsschreiben oder den Aufbau von Essays zu bestimmten Themen betreffen. Allgemein gesprochen neigen deutsche Bewerber z.B. zu einer etwas zurückhaltenden Außendarstellung verglichen mit Bewerbern aus englischsprachigen Ländern.

Zusätzlich zu den regulären Bewerbungsunterlagen wird bei einer selbst organisierten Bewerbung um einen Studienplatz häufig von der Hochschule auch ein Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel zur Finanzierung des Aufenthalts verlangt. Ein entsprechender Nachweis ist dann meist auch für die Ausstellung eines Visums erforderlich.

Herausforderungen | top

Neben den wichtigen positiven Aspekten liegt es auf der Hand, daß ein Auslandsaufenthalt auch Herausforderungen und Belastungen mit sich bringen kann. Das Einleben in ein Gastland mit anderer Sprache, Gesellschaft und Hochschulkultur erfordert starke Anpassungsleistungen, die durch die Abwesenheit des gewohnten sozialen Netzes erschwert werden. Die lange Trennung von Freunden und Familie bringt ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich. Auch nach dem Abschied aus dem Gastland müssen bei der Rückkehr erneut Hindernisse überwunden und die gemachten Erfahrungen wie persönlichen Veränderungen wieder in den deutschen Alltag integriert werden, der sich während der eigenen Abwesenheit ebenfalls weiterentwickelt hat. All diesen natürlich auftretenden Problemen ist aber gut entgegenzuwirken, wenn eine geeignete Vorbereitung stattgefunden hat. Es ist deswegen ratsam, den Kontakt zu Personen mit ähnlichen Erfahrungen zu suchen, mit denen Sie sich über zu erwartende Entwicklungen und Bewältigungsstrategien austauschen können.

Allgemeine Online Informationsquellen | top

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Online Informationsquellen zum Studieren in Australien und Neuseeland | top

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Online Informationsquellen zum Studieren in China | top

Online Informationsquellen zum Studieren in anderen Ländern | top

Auslandspraktika | top

Für die Organisation von Berufspraktika im Ausland ist es wichtig, diese im voraus vom Prkatikumsbeauftragten genehmigen zu lassen, damit sie später anerkannt werden können. Die weiteren Regelungen für Berufspraktika sind zu beachten.

Im ERASMUS-Programm ist seit 2007 die Förderung eines Praktikums (SMP) von mindestens 3 Monaten bis maximal 12 Monaten als Auslandsaufenthalt möglich. Diese Förderung ist unabhängig von einem Studienaufenthalt. An der CAU Kiel müssen sich die Studierenden dieses Praktikum selbst organisieren. Im Gegensatz zu einem Studienaufenthalt können bei SMP bereits Studierende im ersten Studienjahr gefördert werden. Der durchschnittliche monatliche Zuschuss beträgt 350 Euro. Aufnehmende Einrichtungen für Praktika können Unternehmen sein. Interessenten sollten sich direkt an das International Center wenden.

Weitere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten existieren durch eine Reihe weiterer, z.T. sehr spezialisierter Programme, deren Förderung an verschiedene Bedingungen geknüpft sein kann - etwa die Verknüpfung des Praktikums mit einer Abschlussarbeit im Fall des Programms für PROMOS-Programms vom DAAD: