Das Studienfach Psychologie
Häufig gestellte Fragen
Einführende Literatur und Online-Informationsquellen
Kurze inhaltliche Charakterisierung des Fachs
Ausbildungsziele im Hauptfach Psychologie
Vermittlung von Zielvorstellungen
Zielvorstellungen der Studierenden
Häufig gestellte Fragen | top
Häufig gestellte Fragen zum Psychologiestudium (FAQ)
Informationsquellen | top
Präsentation des Fachs Psychologie (pdf) auf den Studieninformationstagen 2010 vom 11.03.2010.
Einführende Literatur und Online-Informationsquellen
Kurze inhaltliche Charakterisierung des Fachs | top
Psychologie ist die Lehre vom Erleben und Verhalten. Sie untersucht mit wissenschaftlichen Methoden Gesetzmäßigkeiten subjektiven Erlebens und dessen Beziehungen zu objektiv erfassbaren Geschehnissen. Die Aufgabe der Psychologie umfasst das Beobachten, systematische Beschreiben, Analysieren, Erklären, Vorhersagen und Modifizieren von Erleben und Verhalten. Die von ihr erforschten Erlebens- und Verhaltensprozesse stehen in Wechselbeziehung zu den physiologischen Umständen, zu den Prozessen der gesellschaftlichen Umwelt und sind abhängig von der physikalischen Umwelt. Der Entwicklung geeigneter methodischer Zugangsweisen zur Bearbeitung der genannten Aufgaben kommt eine starke Bedeutung zu.
Psychologie versteht sich als Bindeglied zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Als benachbarte Fächer gelten je nach Fragestellung und gewählter Perspektive z.B. Biologie, Physiologie, Anthropologie, Soziologie, Pädagogik, Sprachwissenschaften, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Mathematik und Physik. Theorien und Methoden der Psychologie werden deshalb von anderen Wissenschaften beeinflusst, wie auch die Psychologie diese beeinflusst. Durch seinen großen Gegenstandsbereich und vielfältigen Bezüge zu Nachbardisziplinen ist das Fach sehr breit, seine universitären Teildisziplinen sind mitunter stark voneinander abgegrenzt.
Die öffentliche Wahrnehmung des Gegenstandsbereichs der universitären Psychologie ist häufig verzerrt und geleitet einerseits von überholten Inhalten des Fachs, andererseits von nicht-wissenschaftlichen Darstellungen bestimmter Sachverhalte in populären Medien, die trotz des ebenfalls genutzten Begriffs der "Psychologie" und teilweise überlappender Fragestellungen wenig mit der wissenschaftlich-universitären Ausprägung des Fachs gemein haben.
Einen Überblick über inhaltliche und formale Aspekte des Diplomstudiengangs Psychologie in Kiel liefert das Studieninformationsblatt Psychologie der zentralen Studienberatung.
Ausbildungsziele im Hauptfach Psychologie | top
Die Studierenden sollen im Verlauf ihres Studiums im wissenschaftlichen Denken geschult werden. Sie sollen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erwerben, die sie zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit als Diplom-Psychologinnen und -Psychologen befähigen. Zu diesen Tätigkeiten gehören wissenschaftliche Untersuchungen, fachliche Aus- und Weiterbildung und diagnostische, beratende und psychotherapeutische Aufgaben im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Justiz, in Bildung und Ausbildung, in Verwaltung, Wirtschaft und Industrie. Durch die Teilnahme an Lehrveranstaltungen, Forschung und praktisch-psychologischer Tätigkeit sollen die Studierenden Kenntnisse und Fertigkeiten erarbeiten, die sie befähigen, psychologische Aufgaben zu erkennen, angemessene Lösungsansätze zu formulieren, sie wissenschaftlich begründet umzusetzen sowie Methoden zur Analyse, Überprüfung und Bewertung psychologischer Tätigkeit auszuwählen oder selbst zu entwickeln.
Das Grundstudium vermittelt vorwiegend grundlegende theoretische und methodische Kenntnisse sowie eine Orientierung über Forschungsergebnisse. Es beinhaltet eine orientierende Studieneingangsphase. Einerseits ist es nach Prüfungsfächern gegliedert, andererseits enthält es wesentliche Teile der Methodenausbildung sowie fächerübergreifende Veranstaltungen, die in forschungsbezogene, historische und berufliche Aspekte der Psychologie einführen.
Im Hauptstudium werden die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten vertieft und erweitert. Es soll mit deren Anwendung in den wichtigsten Tätigkeitsfeldern der Psychologie vertraut machen. Hierzu sind auch berufspraktische Tätigkeiten in diesem Studienabschnitt eingeordnet. Ferner soll die Befähigung zur psychologischen Forschung gefördert werden. Die Diplomarbeit, die im allgemeinen eine empirische Untersuchung einschließt, soll die Beherrschung der fachspezifischen Methodik ausweisen.
Praktische psychologische Aufgaben setzen häufig interdisziplinäre Kooperation voraus. Je nach angestrebtem späteren Tätigkeitsfeld sollen die Studierenden sich daher auch z.B. mathematische, naturwissenschaftliche, medizinische oder juristische Kenntnisse erarbeiten oder eine Orientierung in der Philosophie, in den Wirtschaftswissenschaften oder Sozialwissenschaften erwerben. Als Anregung hierzu dient das "Nichtpsychologische Wahlpflichtfach" im Hauptstudium. Z.B. sind Psychologen nach ihrem Studium in folgenden größeren Gebieten tätig:
- im Bildungs- und Erziehungswesen, z.B. als Schulpsychologe
- im Sozialwesen, z.B. in psychologischen Beratungsstellen bei Kommunen oder Arbeitsämtern, bei verschiedensten sozialen Einrichtungen, z.B. Jugend- und Seniorenheimen
- im Gesundheitswesen, z.B. in der Diagnostik, Prävention, Therapie und Rehabilitation
- in der Forensischen Psychologie, z.B. als psychologischer Gutachter bei Gericht, als Polizei-psychologe oder als Psychologe im Strafvollzug
- im Bereich Wirtschaftspsychologie, z.B. als Arbeits-, Organisations- oder Marktpsychologe
- im Bereich Technik, z.B. als Ingenieurspsychologie (z.B. System Mensch-Maschine) oder in der Ergonomie
- in der psychologischen Forschung verschiedenster Forschungsinstitute
Die Marktchancen für Psychologen steigen. Zunehmend eröffnen sich für sie auch neue Berufsfelder. Neue Berufe mit neuen Anforderungsprofilen entstehen, in denen psychologisches Fachwissen ein starkes Gewicht erhält. Wenn als Studienziel die Erlangung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen genannt wird, die zur Aufnahme einer Tätigkeit als Diplom-Psychologe/in befähigen, so kann diesem Ziel wegen der außerordentlichen Vielfalt der Berufsfelder, die sich für Psychologen inzwischen ergeben haben, mit nur einem Studiengang nur noch in begrenzter Weise entsprochen werden.
Einerseits muss in einem gemeinsamen Grundstudium wesentliches Grundlagenwissen der Psychologie betont werden, insbesondere auch grundlegende wissenschaftliche Arbeitsmethoden. Andererseits vermag ein einzelnes Institut in einem Hauptstudium nur in jeweils wenige Berufsfelder einzuführen. Es stellt sich die Frage, wie den sich rasch wandelnden beruflichen Anforderungen durch ein angemessenes Studium entsprochen werden kann. Da einer Aufspaltung des einzelnen Instituts in spezielle Unterinstitute enge finanzielle Grenzen gesetzt sind, scheint eine Lösung nur in einer Spezialisierung der Institute auf jeweils wenige Fachgebiete zu liegen. Das aber muss eine bundesländer-übergreifende Koordination/Arbeitsteilung der Studien- und Forschungsinhalte der Institute bedeuten. Mittelfristig sollte geklärt werden, was man nur noch wo wird studieren können.
Vermittlung der Zielvorstellungen | top
Diese Zielbeschreibungen basieren auf den im § 5 der Studienordnung 30.11.93 und in den §§ 8, 16 und 20 der Prüfungsordnung vom 17.05.90 dokumentierten Zielen. Zu Beginn des Studiums werden die angehenden Studentinnen und Studenten mit der Einführung in das Studium auf diese Ordnungen aufmerksam gemacht, nach denen sie studieren und geprüft werden. Beide Ordnungen liegen in der Bibliothek des Instituts aus und können dort jederzeit eingesehen und kopiert werden. Ferner hängen sie im 3. Stock des Instituts in entsprechend bezeichneten Kästen aus. Es ist jedoch wichtig, Personen, die ein Studium der Psychologie erwägen, schon vor Aufnahme des Studiums diese Zielvorstellungen zu vermitteln. Dies geschieht z.B. durch die Studienberatung des Instituts, durch die Studieninformationsblätter der zentralen Studienberatung und Informationsveranstaltungen der Universität und des Arbeitsamtes oder durch die vielen Einführungen in die Psychologie oder in das Studium der Psychologie, die in den Büchereien und Buchhandlungen erhältlich sind.
Zielvorstellungen der Studierenden | top
Vorbemerkung:
Das Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität Kiel wurde im
September/Oktober 1999 zusammen mit den Instituten weiterer norddeutscher
Universitäten durch eine unabhängige Gutachterkommission evaluiert. Im Folgenden
wird ein Auszug aus dem Evaluationsbericht wiedergegeben.
Unter dem Begriff "Zielvorstellungen" kann man vier verschiedene Ebenen nach dem Grad ihrer Allgemeinheit unterscheiden:
- die Ebene der Motivationen, Psychologie zu studieren
- die Ebene der Qualifikationen, die erreicht werden sollen
- die Ebene beruflicher Tätigkeitsfelder in der Psychologie
- die Ebene des konkreten Psychologenberufes
Im Fragebogen wurde nach Vorstellungen zu den ersten drei Ebenen gefragt, da der Wunsch, sich für einen ganz bestimmten Psychologenberuf innerhalb eines Berufsfeldes zu qualifizieren, erst in einer längeren Orientierungsphase während des Studiums heranreift. Auch handelt es sich um eine Ebene, die vom Studium selbst nicht mehr bedient wird. Dieses vermag nur in einige hauptsächliche Tätigkeitsfelder einzuführen ("Anwendungsfächer" im Hauptstudium).
Von den insgesamt 183 Befragten haben sich 157 (86%) vor der Aufnahme des Studiums über das Studienfach Psychologie informiert. Unter den Motivationen, das Fach zu studieren, führt mit großem Abstand das Interesse an der Psychologie selbst (168; 92%). Es folgen die Motivationen, anderen Menschen helfen zu wollen (97; 53%), sich mehr für das Menschliche in einer zunehmend technisierten Umwelt einsetzen zu können (51; 28%), das Interesse an einem wissenschaftlichen Studium und einer guten Ausbildung im wissenschaftlichen Denken (48; 26%), mit Menschen besser umgehen zu können (45; 25%), dem Zerfall des menschlichen Zusammenlebens entgegenwirken zu können (35; 19%), mehr über sich selbst zu erfahren (34; 19%), es mit einem anderen Fach oder mit einer vorher absolvierten Berufsausbildung kombinieren zu können (32; 17%), Interesse eher an einem sozialwissenschaftlichen Fach, speziell Psychologie jedoch wegen der guten Berufsaussichten gewählt (22; 12%). Dagegen kreuzen nur 5 (3%) die Feststellung an, dass das Studienfach zweitrangig sei und es nur um den Diplomabschluss einer Universität gehe wegen der späteren hohen Gehaltsstufe.
Bei den Zielvorstellungen hinsichtlich der Qualifikationen, die erreicht werden sollen, führt mit großem Abstand der Wunsch, den Beruf der/des Diplom-Psychologin/Diplom-Psychologen zu ergreifen (111; 61%). 10 (5%) äußern ein Interesse an der Grundlagenforschung und an theoretischen Konzeptionen im Fach Psychologie und möchten am liebsten Forscher/in werden und die Promotion anstreben. Dieser Gegensatz wird aber graduell relativiert, indem doch weitere 40 (22%) eigentlich beides im Sinn haben und weitere 21 (11%) sich auch noch nicht sicher sind. Immerhin haben 66 (36%) bereits zu Beginn des Studiums ein bestimmtes Tätigkeitsfeld vor Augen, in dem sie später tätig sein möchten, weitere 22 (12%) sehen zwei mögliche Felder, aber die Hälfte (91; 50%) weiß zunächst nur, dass es Psychologie sein soll und will sich erst später für einen konkreten Psychologenberuf entscheiden.
Fast ein Viertel der Befragten (39; 21%) hatte vor der Aufnahme des Psychologiestudiums zunächst ein anderes Fach studiert und dieses dann aufgegeben. Die Motivation, Psychologie zu studieren, bleibt auch während des Studiums hoch. 166 (91%) der Befragten würden Psychologie erneut als Studienfach wählen. Dabei haben sich 104 (57%) das Studium nicht so vorgestellt, wie sie es dann tatsächlich antrafen, trotz vorher eingeholter Informationen also. 107 (58%) empfanden nach der Aufnahme des Studiums bestimmte Defizite im Vorwissen, vor allem in Statistik (74; 40%), in englischen Sprachkenntnissen (31; 17%) und im Bereich Biologie/Physiologie (22; 12%).
