Entwicklungspsychologie und Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters

Leitung und Homepage

derzeit vakant (in Vertretung: )

Homepage der Arbeitseinheit

Inhaltsbereich

Die Entwicklungspsychologie befasst sich mit zeitlich stabilen Veränderungen des Denkens, Fühlens und Verhaltens von Menschen über die Lebensspanne. Sie umfasst (a) die Veränderung universeller Merkmale wie zum Beispiel die Sprachentwicklung, (b) epochale Einflüsse auf die Entwicklung wie der Vergleich von Entwicklungsmerkmalen zwischen verschiedenen Generationen und (c) interindividuelle Entwicklungsunterschiede wie beispielsweise die Stabilität von Intelligenzunterschieden zwischen Personen. Der Gegenstand der Klinischen Psychologie des Kindes- und Jugendalters sind verschiedene Aspekte psychischer Störungen in dieser Altersgruppe wie zum Beispiel Symptomatik, Genese, Epidemiologie oder Behandlungsansätze. Vor dem Hintergrund, dass der Versorgungsbedarf psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher bei etwa 10-15% liegt, die Mehrzahl der psychischen Störungen bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen und ein frühes Erkennen und Behandeln mit einer deutlich besseren Prognose assoziiert ist, stellt die Fokussierung psychopathologischer Entwicklungsverläufe neben der normativen Entwicklung im Kindes- und Jugendalter eine besondere Rolle.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe liegen in den folgenden Bereichen:

  • Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter

Wir interessieren uns besonders für die Entwicklung, zugrunde liegende Mechanismen und die Behandlung von Störungen des Sozialverhaltens (SSV), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Autismusspektrumstörung (ASS) und Selektivem Mutismus (SM) im Kindes- und Jugendalter. Kinder mit SSV haben Schwierigkeiten, sich an Regeln zu halten und kommen häufig in Streit mit ihrem sozialen Umfeld. Teilweise zeigen sie auch dissoziale und delinquente Verhaltensweisen wie Lügen, Stehlen oder die absichtliche Zerstörung von Eigentum. Kinder und Jugendliche mit ADHS zeigen Konzentrationsprobleme sowie Hyperaktivität und eine ausgeprägte Impulsivität. Die ASS ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die mit ausgeprägten Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie repetetiven und stereotypen Verhaltensweisen einhergehen. Kinder und Jugendliche mit SM schweigen in bestimmten Situationen, während sie in anderen Situationen ohne Probleme sprechen können. All diese Störungen stellen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie ihre Familien eine erhebliche Belastung dar.

  • Kinder psychisch kranker Eltern

Kinder psychisch kranker Eltern stellen eine besondere Risikogruppe dar, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken, da diese Kinder einerseits sowohl einer erhöhten genetischen als auch einer psychosozialen Belastung ausgesetzt sind. Gleichzeitig sind praktische Hilfsangebote für diese Kinder rar, und die spezifischen Mechanismen, die das Risiko erhöhen oder senken, noch nicht hinreichend erforscht.

  • Soziale Kognition und Empathie im Kindes- und Jugendalter

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie sich soziale Kognition und Empathie im Kindes- und Jugendalter entwickeln und ob bzw. in welchen Bereichen Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen Defizite in der sozialen Kognition und Empathie aufweisen. Soziale Kognition umfasst alle Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozesse sozialer Informationen, wie zum Beispiel das Erkennen von Gefühlen bei anderen. Mit Empathie sind Prozesse des Verstehens und Nachempfindens der Gefühle anderer gemeint.